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Nobelpreisträgertreffen: Auszeichnung für Greifswalder Nachwuchsforscher

Für den „Bayer Open Science Startup Pitch“ in Lindau wurden aus den eingereichten Ideenskizzen elf für die Vorstellung ausgewählt. Auch Florian Siegerist erhielt wie alle anderen sechs Minuten Zeit, um seine Ideenskizze „PEMP Your Kidney – Rapid Evaluation of Kidney Morphology” zu präsentieren. Daran schlossen sich fünf Minuten Diskussion mit der Jury an.

Mit einer universitären Ausgründung soll die Diagnose von Nierenerkrankungen von Patienten verbessert und gleichzeitig ein neuartiges Werkzeug für die Nierenforschung entwickelt werden. „Mit dieser Methode sind wir in der Lage, deutlich schneller und präziser als bisher die Struktur von Gewebeproben der Nieren zu beurteilen. Außerdem wird sie uns helfen, bessere Medikamente zur Behandlung von Nierenerkrankungen zu entwickeln. Immerhin leidet weltweit jeder Zehnte an einer Nierenerkrankung“, so Florian Siegerist.

In Greifswald freute man sich ebenfalls sehr über den Preis; Florian Siegerist gehört dort zum Team NIPOKA, das ein Verfahren zur schnellen, exakten und quantitativen Bestimmung der Funktionsfähigkeit der Niere mit Hilfe der Superresolution-Mikroskopie als Dienstleistung anbieten will. „Nach dem Erfolg beim Ideenwettbewerb UNIQUE der Universität Greifswald ist dies ein weiterer Erfolg für das Team NIPOKA. Wir freuen uns, dass Herr Siegerist mit dem neuen Verfahren zur Nierendiagnostik und dem darauf aufbauenden Vermarktungskonzept auch auf nationaler und internationaler Ebene eine hochkarätig besetzte Jury überzeugen konnte“, so die Professorin Nicole Endlich.

Foto: Florian Siegerist während des Lindau Nobel Laureate Meetings
Fotograf: Christian Flemming/Lindau Nobel Laureate Meetings
Text: Jan Meßerschmidt

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Gründen und Vietnam

20.03.2019 – Deutschland startet aktuell eine großangelegte institutionelle Gründerinitiative für Hochschulen. Das EXIST-Potentiale-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums möchte drei Ziele erreichen: gründungsfördernde Strukturen aufbauen, regionale Vernetzungen zu initiieren und deutsche Hochschulen als „global player“ bei wissenschaftsbasierten Gründungen zu positionieren. Die Universität Greifswald hat sich erfolgreich um eine sechsmonatige Konzeptphase beworben. Wir haben den Fokus zunächst auf die ersten beiden Ziele zum Aufbau vernetzter Gründungsstrukturen gesetzt. Dies scheint für die Universität Greifswald erreichbar und realistisch, schauen wir auf die mittlerweile erfreulichen Erfolge bei Gründungsstrukturen und Start-ups. Dies schlägt sich auch in einem guten Abschneiden bei Gründerrankings nieder. Unrealistisch erschien uns jedoch, dass die Universität im Bereich wissenschaftlicher Start-ups auf internationalem Parkett punkten kann gegenüber den üblich Verdächtigen wie der TU München, dem KIT oder der FU Berlin.

Doch weit gefehlt: Gespräche mit vietnamesischen Medizin- und Pharmazie-Universitäten im Rahmen eines Erasmus+ Projektes, an dem sich die Universität mit der Universitätsmedizin gemeinsam mit dem Karolinska-Institut in Stockholm beteiligt, zeigen eine andere als die eigene vorsichtig zurückhaltende Sichtweise auf die Gründer- und Transferstrukturen der Universität. So sieht sich Vietnam in einer vergleichbaren Situation wie die östlichen Bundesländer nach der deutschen Wiedervereinigung: Strukturschwäche, im Aufbau begriffene Forschungsstrukturen, kaum Kooperationen mit Unternehmen und nahezu keine wissensbasierten Unternehmensgründungen aus Universitäten. Und auch wenn es Gegenstand des EU-Projektes ist, genau hier zu unterstützen, scheinen europäische Universitäten wie das Karolinska-Institut aus vietnamesischer Sicht als Beispiel von rein akademischem Interesse. Die dort vorhandenen Strukturen sind für Vietnam in absehbarer Zeit unerreichbar. „Lean Structures“ hingegen, wie sie an der Universität Greifswald bestehen, um studentische und wissenschaftliche Ideenträger für unternehmerische Selbstständigkeit zu sensibilisieren, zu motivieren und zu qualifizieren oder aber den Forschungs- und Entwicklungsbedarf von Unternehmen mit der Expertise der Universität zusammenzuführen, stoßen auf größtes Interesse. So wurde eben dies in den Fokus eines soeben bei der EU beantragten Folgeprojektes gerückt.

Was wir daraus lernen können ist, dass das an der Universität Greifswald Erreichte durchaus mit Selbstbewusstsein nach außen getragen werden kann. Dies gilt nicht nur gegenüber Schwellenländern wie Vietnam und nicht nur im Transferbereich. Auch in der Nachwuchsförderung, dem Mentoring, in innovativen Lehrformaten wie auch den Forschungsschwerpunkten und vielen anderen Bereichen hat die Universität Greifswald sich konkurrenzfähige Alleinstellungsmerkmale erarbeitet. Und dies wird uns von anderen bestätigt. Warum also nicht das Greifswalder Modell als internationaler Exportschlager für erfolgreichen Transfer?

Foto: Projektworkshop des Erasmus+ Projektes Edushare an der Hue University of Medicine and Pharmacy (Vietnam)
Fotograf: Dr. Stefan Seiberling
Text: Dr. Stefan Seiberling

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Berlin Valley Tour 2018

30.09.2018 – Auf der Tech Open Air 2018 präsentierten Google for Entrepreneurs und der Bundesverband Deutsche Startups e.V. den ersten Berlin Start-up Monitor mit dem Ergebnis, dass Berlin der deutsche Start-up-Hotspot Nr. 1 ist und bleibt. 42 % der Arbeitsplätze des gesamtem Gründer-Ökosystems befinden sich in Berlin und die Hauptstadt beheimatet 17% aller deutschen Start-ups. Deshalb hieß es für die Gewinnerteams der Ideenwettbewerbe der Hochschulen des Landes vom 26. bis 28. September 2018: Auf nach Berlin zur Orientierung an Best Practice!

Die traditionelle „Get 2 know“ Runde im Pop-up Loft des betahauses an Tag 1 diente zur Präsentation der siegreichen Ideen, zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch. Der zweite Tag startete mit einem Pitchtraining mit Moritz von Grotthuss (Geschäftsführer gestigon GmbH). Im Anschluss daran standen Coaching, Networking und Startup-Besuche auf dem Programm. In der Monkey Bar – gekürt zu Europas bester Hotelbar – stellten sich die 25hours Hotel Company GmbH und koawach vor. Einige Teams besuchten die German AutoLabs, die auf der IFA kurz zuvor den „Smartphone-Butler Chris“ für PKW präsentiert hatten, andere das Start-up SKadi (Free Spirit GmbH). Deren Cocktails und Smoothies ohne Gläser in Form von natürlichen Eissorbets sind vor allem Festivalbesuchern bekannt. Bei bonify, einer kostenlosen Schufa-Alternative, erfuhren die Teilnehmenden wie man seinen Bonitätsscore und die eigene Finanzfitness ermitteln oder sich Mieterauskunft herunterladen kann. Die Gründer gaben bereitwillig Auskunft zu Fragen nach Finanzierung, Marketing und Kundengewinnung oder Unternehmensentwicklung.

Parallel dazu erhielten die Teams individuelle Coachings durch Heiko Beyer (Steuerberaten ECOVIS), den Designer Friedemann Ohse, Rechtsanwalt Thomas Knüppel, Unternehmensberater Andreas Voss und Dr. Martin Setzkorn (Universität Rostock) zur Schärfung des Geschäftsmodells und Weiterentwicklung ihrer Ideen. In der „Coworking Time“ an Tag 3 stellte sich die Crowdfunding-Plattform Start Next vor und die Teilnehmenden besuchten DBmindbox, den Accelerator der Deutschen Bahn, sowie JobUfo, welche das klassische Bewerbungsverfahren durch Videobewerbung per App revolutionieren.

Nach drei intensiven, erlebnisreichen Tagen, bei denen auch Kulinarisches und die Berliner Szene nicht zu kurz kamen, blieb ein großer Dank an die Kollegen der Universität Rostock für die perfekte Organisation.

Foto: “Get 2 know” im betahaus
Fotograf: pixflut/ Jessica Brach
Text: Janek Wiederänders

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